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Ein gebauter Naturmonitor in Berlinmardi, 19. mai 2009
Die genial einfache Ästhetik dieses Entwurfes ist beeindruckend:
Auf einem in einen Hang gebauten Sockel ruhen eine kleine und eine größere Röhre, die ineinandergesteckt das Wohnvolumen bilden...
Die genial einfache Ästhetik dieses Entwurfes ist beeindruckend:
Auf einem in einen Hang gebauten Sockel ruhen eine kleine und eine größere Röhre, die ineinandergesteckt das Wohnvolumen bilden. Ergänzt wird diese denkbar einfache Formenkonstellation durch ein imponierend selbstständiges Nebenbauteil – ein massiv gebautes Carport mit dahinterliegendem Abstellraum. Zusammen bilden die zwei gegeneinander gewandten L-Formen vor dem quadratischen Spiegel dahinter - beide Teile gewissermaßen zusammenfassend - eine perfekte Formensymbiose. Jedes „L“ wäre ohne sein Pendant nur ein Fragment.
Nicht nur die Straßenansicht ist ausgefallen: die gesamte komplexe Kubatur mit Vor- und Rücksprüngen, die umlaufend an der gesamten Fassade miteinander korrespondieren, sind geeignet, auch alle anderen Ansichten attraktiv erscheinen zu lassen.
Dabei schien es bei Entwurfswettbewerbsbeginn schwer möglich, die eigenartige Grundstückskonstellation in einhochwertiges Bauwerk zu transferieren. Das Grundstück ist bei großer Tiefe in der Straßenansicht sehr schmal. Ein Gegengefälle in südlicher Richtung – und damit in den Garten und ins tiefe Hinterland – verhindert die a2-übliche Ausrichtung aller hochwertigen Wohnräume eben in diese Direktion. Zwei Wege flankieren das Grundstück – einer davon auch noch öffentlich -, was eine einblickverwehrende weitgehend unperforierte Außenwandgestaltung in diese Richtungen (Ost und West) erforderte. Eine weitere Besonderheit des Baufeldes führte aber dann recht schnell zur ersten Grundausrichtung des Bauwerks, die übrigens alle 3 Wettbewerbsteilnehmer konsequent gleich gewählt hatten: Im Norden (s.a. Lageplan) liegt eine unverbaubares Naturschutzgebiet, also wurde in diese Richtung das Wohnzimmer angeordnet, das nunmehr eine Art „Naturmonitor“ (Ansicht A) für die Bauherrschaft darstellt. Sie genießt hier das Privileg einer phantastischen Aussicht auf Flora und Fauna – und das in einer Großstadt.
Da man das Haus im Sockelgeschoss betritt, muss man erst einmal eine Treppe zum Erdgeschoss hinaufsteigen. Dort angekommen erwartet den Besucher die über die gesamte Hausbreite offene Glasfassade nach Süden (Ansicht B), deren ungehemmter Sonnenstrahlungseintritt durch den Überhang des Obergeschosses konstruktiv verhindert wird. Jalousien waren hier also nicht nötig. Wenn man seine Blickrichtung nun wendet, kann man das schon erwähnte Panorama aufnehmen. So entstehen fast von jedem Punkt im Bauwerk aus einzigartige Perspektiven und bewirken damit eine besondere Wohnqualität.
Durch die schmale und voll ausgenutzte Baufeldbreite von nur 9 m musste der Grundriss deutlich in die Tiefe angelegt werden. Im mittleren Geschoss sind der Wohnraum, die Küche und der Essplatz hintereinander angeordnet. Durch den Verzicht auf Trennwände entsteht ein leichtes Raumgefüge. Zwei einzelne in Längsrichtung stehende Wandscheiben deuten nur subtil die Trennung zum Laufweg in das Obergeschoss an. Esentstand eine sonst eher unübliche Doppelorientierung der Wohnetage nach Süden und Norden, was hier aber genau die richtige Lösung darstellt. An der Westseite erhellt lediglich ein schmales langes Lichtband die Küchenarbeitsflächen, im Osten verfügt die Außenwand in diesem Geschoss über kein Fenster. Jedoch illuminiert die südliche und nördliche totale Offenheit der Fassade dieses Geschoss völlig ausreichend.
Im Obergeschoss befinden sich die nach Süden (Ansicht B) orientierten Räume der zwei Kinder mit einem eigenen Bad und die nördlich ausgerichtete Schlafsuite der Eltern. Aus dem Schlafzimmer, dem Bad und von der davor liegenden Terrasse aus, genießt man denselben, nun nur vier Meter höher angelegten schönen Ausblick auf die Wiesen und die Bäume im Norden. Insgesamt befindet man sich hier circa 11m über dem Straßenniveau. Dort oben wird man sich in der warmen Jahreszeit Draußen und sonst natürlich auch Drinnen in dieser sehr ruhigen Gegend Berlins wie über und in der Natur schwebend fühlen – welch attraktive Wohnsituation!
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